[1] Fable IIIRevoltieren und regieren
Was der Vorspann ankündigt, müsst ihr nur nach wenigen Spielminuten von Fable III am eigenen Leib erfahren. Als Sohn des Helden aus Fable II trifft euch ein hartes Schicksal. Da ihr nur Zweitgeborener seid, hat euer Bruder die Macht übernommen und beutet das bereits im Industriezeitalter gelandete Albion gnadenlos aus. Und nicht nur das, auch das leiseste Anzeichen an Widerstand begegnet er mit absoluter Härte.
So möchte er gleich zu Beginn eine Demonstration von Industriearbeitern gewaltvoll niederschlagen. Als ihr davon erfährt, stellt ihr euren Bruder zur Rede und... nun ja, was dann folgt, möchten wir euch nicht verraten. Soviel sei aber schon mal vorweggenommen: Ihr werden vor eine schwerwiegende Entscheidung gestellt, bei der sich selbst Jack Bauer aus der Serie 24 schwer getan hätte.
Fabelhaft schwere Entscheidungen
Wo wir schon bei Entscheidungen sind. Wie in Fable üblich müsst ihr während des Spiels unzählige Entscheidungen treffen, die Auswirkungen auf euren Charakter oder sogar auf ganz Albion haben. Da geht es um alltägliche Dinge, wie etwa die knifflige Frage, ob ihr lieber Schinken zur Regeneration eurer Gesundheit verwendet oder aber Karotten vorzieht. Ersterer liefert euch zwar viel Energie, schlägt sich aber mit der Zeit in unansehnlichen Schwimmreifen um euren Bauch nieder. Karotten wiederum sind gesund, stellen aber auch weniger eurer Energie wieder her. Im weiteren Spielverlauf müsst ihr aber auch gewichtigere Entscheidungen treffen. Kurbelt ihr als Herrscher die Wirtschaft oder das Sozialsystem an? Seid ihr ein gütiger und diplomatischer König oder ein unberechenbarer Despot? Dabei sind die Entscheidungen zu einem Großteil entweder Gut oder Böse. Graustufen, die wir aus Rollenspielen wie Dragon Age: Origins oder Mass Effect kennen, gibt es kaum.
Dennoch bietet Fable das Gefühl, dass ihr auf Albion Einfluss nehmen könnt. Sei es in der ersten Hälfte des Spiels in der ihr die Gunst der Bürger von Albion gewinnen müsst, um die Revolution gegen euren Bruder zu starten, oder in der zweiten Hälfte, in der ihr Albion regiert und wichtige politische Entscheidungen treffen müsst.
Außerdem habt ihr natürlich auch ein Privatleben. Wie in Fable 2 könnt ihr wieder Geschäfte und Häuser kaufen, euch einen Partner suchen, ihn heiraten und euch scheiden lassen, sobald ihr wollt. Ist das nicht herrlich? Praktisch ist übrigens das Feature, dass ihr bei einer Interaktion mit einem Bürger Albions gleich sehen könnt, ob dieser eher fröhlich oder prüde ist, tapfer oder missmutig, hetero oder homosexuell. So macht Partnersuche Spaß!
Fass mich an! - Oder auch nicht...
Noch auf der Games Convention 2009 in Köln hat Peter Molyneux aufgeregt und mit großen Gesten von dem neuen Touch Feature erzählt und dass es die Videospielwelt revolutionieren wird. Wir alle waren damals sehr aufgeregt, wie es im Spiel umgesetzt sein wird. Nun wissen wir es. Wenn ihr mit einem Bürger Albions interagiert, könnt ihr ihm wie immer Witze erzählen und ihn an rülpsen. Mit dem Touch Feature könnt ihr die NPC nun aber auch bei der nehmen und mit ihm Hand in Hand durch Albion spazieren. Ob euch dieses Feature wirklich berührt, kann nun jeder selbst entscheiden.
Action-Adventure ist das neue Rollenspiel
Einen Vorteil hat das Berühren allerdings: Für soziale Interaktionen wie Hände schütteln - oder auch für das Abschließen von Quests und ähnliches - erhält ihr sogenannte Gildenpunkte, um die ihr euch anschließend neue Zauber, Attacken oder neue Gesten zulegen könnt. Dazu müsst ihr die sogenannte Siegesstraße aufsuchen, eine Parallelwelt, die euch darüber hinaus auch noch Aufschluss über euren Spielfortschritt gibt.
Dann gibt es natürlich auch noch Quests und Neben-Quests, die abwechslungsreich gestaltet sind und die meiste Zeit wirklich Spaß machen. Wer allerdings noch mehr Rollenspielelemente sucht, sucht vergebens. Kein Attribute aufwerten durch Erfahrungspunkte, kein Talentbaum, kein gar nichts. Fable III ist ein Action-Adventure - Punkt. Dafür allerdings brilliert das Spiel durch solide Kämpfe, spannende Quests und eine fesselnde, mit viel Liebe zum Detail erzählte Story.
Es ist besser, alleine zu sein
Natürlich gibt es in Fable III auch einen Multiplayer Part. Hier könnt ihr mit anderen Spieler Quests absolvieren und zusätzliche Schätze für euren Singeleplayer Modus sammeln. Das Fable aber kein typisches Multiplayer-Game ist, hat schon der Vorgänger gezeigt. Auch in Fable III ist der Mehrspieler-Modus zu mühsam und umständlich, als dass er wirklich Spaß machen würde. Wer allerdings von Albion nicht genug kriegen kann und ein paar Schätze nebenbei verdienen möchte, wird seine Freude haben.